Nachvollziehbar statt scheinbar vollständig
Die Geschichte der Holzsohle lässt sich aus unterschiedlichen Spuren zusammensetzen: Patentschriften, Anzeigen, Werkstattbeobachtungen, Herstellerbeschreibungen und technischen Entwürfen. Diese Zeugnisse sind nicht gleichwertig – und sie beantworten nicht dieselben Fragen.
Diese Übersicht erklärt, auf welcher Grundlage die Aussagen unserer Website stehen. Sie ist ein Arbeitsverzeichnis und wird mit neuen Funden und überprüften Signaturen ergänzt.
Fünf Arten von Material
Historische Dokumente
Patente, Anzeigen, zeitgenössische Berichte und andere Zeugnisse aus der untersuchten Zeit.
Dokumentierte Gegenwart
Selbst angefertigte Filme oder Fotos. Sie zeigen einen konkreten Betrieb, nicht automatisch die gesamte Branche.
Information aus erster Hand
Hersteller erläutern eigene Materialien und Verfahren. Ihre Aussagen sind zugeordnet, aber nicht in jedem Punkt unabhängig geprüft.
Patent und Konzept
Ein Patent belegt eine beschriebene Erfindung, nicht zwangsläufig die industrielle Umsetzung oder Markteinführung.
Visualisierung
Eigene Schemazeichnungen und KI-Bilder erklären Ideen. Sie sind keine historischen Fotografien oder Baupläne.
Noch ungeklärt
Unsichere Lesarten, Datierungen und Hypothesen bleiben sichtbar als solche gekennzeichnet.
Dokumentierte Anknüpfungspunkte
1877
Historisches PatentGebrüder Krafft, Fahrnau: Deutsches Patent Nr. 2492 vom 14. September 1877, «Conturenmaschine für Holzsohlen». Es bildet einen wichtigen Ausgangspunkt unserer Beschäftigung mit maschineller Holzsohlenherstellung.
Die genaue bibliografische Erschliessung und die Wiedergabe der Originalzeichnung werden mit dem Patentdokument abgeglichen. Eine auf der Website verwendete Maschinenillustration ersetzt die Originalzeichnung nicht.
1887
Quellenverweis ergänzenKrafft und die Schuhproduktion: In der bisherigen Recherche sind «Lederschuhe mit Holzsohlen» sowie eine Tagesproduktion von 800 bis 1000 Paar Schuhen für 1887 überliefert.
Die Mengenangabe bezieht sich auf die berichtete Schuhproduktion, nicht nachweislich allein auf Holzsohlenschuhe. Für eine zitierfähige Veröffentlichung sind Zeitungstitel beziehungsweise Dokument, Datum und Fundstelle noch genau anzugeben.
Gegenwart
Eigene DokumentationSchweizer Holzsohlenfertigung: Zwei eigene Filmaufnahmen vom Oktober 2026 zeigen die maschinelle Bearbeitung in einem noch tätigen Betrieb.
Nach mündlicher Auskunft werden die Maschinen ungefähr den 1960er-/1970er-Jahren zugeordnet. Die abgelesene Aufschrift «INCOMA Milano» und «1961-409 Patende Italy» ist noch am Original und anhand unabhängiger Unterlagen zu überprüfen. Filme und Erläuterungen ansehen.
Heute
Herstellerangabenwoody, Österreich: Der Hersteller beschreibt die Verarbeitung von Weidenholz, Einschnitte für Biegezonen, die Verbindung mit Kautschuk und insgesamt 35 Produktionsschritte.
Quellen: 35 Fertigungsschritte und Schuhmanufaktur. Diese Angaben betreffen woody und dürfen nicht auf den gefilmten Schweizer Betrieb übertragen werden.
2024
PatentschriftUS 11,944,153 B2: Ein Patentdokument zum Einsatz von verarbeitetem Holz («engineered wood») im Schuhaufbau. Es zeigt eine technische Möglichkeit, nicht die Verbreitung eines fertigen Produkts.
Patentschrift bei Google Patents. Unsere Zukunftsskizzen sind davon getrennt als eigene Konzepte gekennzeichnet.
Was Bilder tatsächlich belegen
Eine historische Patentzeichnung dokumentiert die in der Patentschrift beschriebene Konstruktion. Eine eigene Werkstattaufnahme dokumentiert einen beobachteten Arbeitsschritt. Eine KI-Illustration dagegen kann einen Sachverhalt veranschaulichen, aber weder das Aussehen einer historischen Maschine noch die genaue Konstruktion eines heute verkauften Schuhs beweisen.
Bildregel: Historisches Original, eigene Aufnahme, Herstellerbild, schematische Zeichnung und KI-Illustration erhalten jeweils eine passende Herkunftsangabe. Fehlt ein gesicherter Nachweis, wird das ausdrücklich vermerkt.
Offene Fragen und nächste Schritte
- Die Patentunterlagen zur Krafft-Conturenmaschine mit vollständiger Fundstelle und Originalabbildung erschliessen.
- Die Quellenstelle für die Krafft-Angaben von 1887 präzise nachweisen.
- Das italienische Maschinenschild im Schweizer Betrieb erneut prüfen und Hersteller, Modell sowie Datierung recherchieren.
- Bild- und Filmrechte sowie gegebenenfalls Einwilligungen für die Veröffentlichung dokumentieren.
- Aktuelle Material- und Konstruktionsaussagen durch weitere Herstellerdokumentation oder technische Untersuchungen überprüfen.
Weiterführende Dokumentation
Die regionalhistorische Forschung zu den Gebrüdern Krafft wird auf krafft-fahrnau.de vorgestellt. Das Forschungsheft Holzschuh ist nicht gleich Holzschuh wird im Bereich Booklet behandelt. Diese Website ist eine eigenständige thematische Darstellung und ersetzt keine archivalische Bestandsbeschreibung.
Redaktionsstand: 28. Oktober 2026. Dieses Quellenverzeichnis ist nicht abschliessend. Ergänzungen und Korrekturen sind Bestandteil der laufenden Forschung.